Delfine in der Flensburger Förde

Delfine in der Flensburger Förde

“Selfie” und ”Delfie” vor den Ochseninseln gefilmt

Seit Anfang Februar tummeln sich in der Flensburger Förde zwei Delfine. In Schweden, von wo sie herkamen, taufte man sie auf die Namen “Selfie” und “Delfie”. Sie sind derzeit die größte Attraktion in Flensburg und natürlich ein begehrtes Foto- und Filmmotiv. Vor wenigen Tagen sind einem privaten Filmer mit einer Drohne ganz besondere Aufnahmen gelungen. Das gut 8 Minuten lange Video zeigt die beiden Delfine, wie sie bei ruhiger See um zwei Paddler vor den Ochseninseln umherschwimmen – es scheint fast, als wollten sie sie zum Spielen auffordern.

„Das ist schon etwas besonderes, diese Delfinart hier bei uns zu haben“, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, Harald Benke. Gemeine Delfine oder Weißschnauzendelfine würden hier gelegentlich schon mal gesichtet, „aber Große Tümmler – das ist schon eine Sensation“.

Große Tümmler leben normalerweise im Atlantik und in der nördlichen Nordsee in so genannten Schulen, die aus zwei bis fünfzehn Individuen besteht. Im Durchschnitt sind es im Atlantik fünf Tiere, im Pazifik und im Indischen Ozean scheinen es mehr zu sein. Allgemein haben auf dem offenen Meer lebende Tümmler größere Schulen als die küstennahen Tiere. Jugendliche Männchen wie die beiden in der Flensburger Förde bilden eigene Schulen, so genannte Junggesellenverbände.

Warum sich die beiden Jungdelfine nun so weit abseits ihres normalen Lebensraums aufhalten, ist unklar. Womöglich ist der Klimawandel mit dafür verantwortlich, dass immer häufiger Delfine und auch Schwertwale in Nord- und Ostsee auf Nahrungssuche sind. Laut Harald Benke scheinen sich “Selfie” und “Delfie” hier recht wohl zu fühlen. Die Überlebenschancen seien eigentlich gut.

Nicht ganz so gut ging es zuerst einem Streifendelfin, den Seenotretter vergangene Woche vor Amrum aus seiner misslichen Lage befreien mussten. Offenbar war das Tier orientierungslos und befand sich deshalb in einer Notlage, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mitteilte. Sie waren von einer Spaziergängerin alarmiert worden, die beobachtet hatte, wie der Meeressäuger immer wieder in Richtung Strand schwamm. Die Helfer nahmen das erschöpfte Tier mit einer Trage an Bord ihres Bootes und brachten den Delfin dann an die Westseite der Insel, um ihn von dort wieder ins Wasser zu lassen. „Es dauerte einen Augenblick, bis sich der Delfin orientiert hatte. Dann schwamm er mit einigen Sprüngen schnell in Richtung offene Nordsee“, erzählte Seenotretter Benedikt Steffensen. Hoffen wir, dass er seinen Weg wieder findet und diese Geschichte damit ein gutes Ende hat.

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